Albanien – Griechenland

Meer und Berge

Zwischen Griechenland, Albanien und Nordmazedonien entfaltet sich eine Reise voller Kontraste: einsame Buchten, antike Stätten und wilde Berglandschaften. Mit dem Wohnmobil, Kajak und Wanderschuhen entdecken wir abgelegene Orte, erleben bewegte Geschichte und finden immer wieder das, was unterwegs am meisten zählt – Freiheit, Ruhe und echtes Abenteuer.

Reiseroute Griechenland – Albanien
Reiseroute Griechenland – Albanien

Albanien hat sich in den vergangenen Jahren vom Geheimtipp zu einem der angesagtesten Reiseziele für Camping- und Wohnmobil-Touristen in Europa entwickelt. Was Reisende anzieht, ist vor allem die Kombination aus wild-romantischen Küstenabschnitten, unberührter Natur und günstige Preise für die Nacht auf dem Campingplatz. Die Infrastruktur wächst stetig mit, ist allerdings vielerorts noch einfach gehalten, was für viele gerade den besonderen Reiz ausmacht. Während Albanien zunehmend im Rampenlicht steht, entwickelt sich das benachbarte Nordmazedonien still und leise zum Geheimtipp für Camper und Wohnmobilreisende, die Ruhe und Ursprünglichkeit suchen. Highlights sind der malerische Ohridsee, der mit seinem kristallklaren Wasser und den umliegenden historischen Stätten begeistert, sowie die abwechslungsreichen Bergregionen, die ideale Bedingungen für naturnahes Camping bieten.


Nach 15 Stunden auf der Fähre erreichen wir Igoumenitsa. Geplant sind zwei bis drei Tage Erholung auf dem kleinen, familiären Campingplatz von Elena bei Plataria, bevor wir weiter nach Südalbanien reisen. Bei warmem Wetter und blauem Meer setzen wir diesen Plan sofort um. Die Entspannung stellt sich schnell ein, und bereits am dritten Tag brechen wir zur rund 40 Kilometer entfernten Grenze auf. Die Zollabfertigung ist in wenigen Minuten erledigt, und schneller als erwartet befinden wir uns in Albanien. Unser letzter Besuch liegt 14 Jahre zurück. Seither hat sich einiges verändert, besonders die Strassen sind deutlich besser geworden. Viele Schlaglöcher sind verschwunden, was auch das Wohnmobil spürbar zu schätzen weiss. 

Antike Stätte in Albanien 
Nach etwa einer halben Stunde erreichen wir den Butrint-Nationalpark. Das weitläufige Gebiet im Süden Albaniens ist geprägt von Sumpf- und Wasserlandschaften und beherbergt mit Butrint eine bedeutende antike Ausgrabungsstätte, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Den Besuch verschieben wir auf den nächsten Tag. Stattdessen parken wir an einem der zahlreichen Wasserkanäle und setzen unsere Seekajaks ein. Nach rund einer Stunde auf dem Wasser erreichen wir die Festung von Ali Pascha aus osmanischer Zeit. Sie liegt vor der Küste und ist nur per Boot zugänglich. Wir gelangen aus eigener Kraft dorthin, während rundum Wassertaxis auf Gäste warten. Am Abend verstauen wir die Kajaks wieder auf dem Dach unseres Wohnmobils und suchen am Ufer einen ruhigen Stellplatz. Wildcampen ist hier noch ohne Probleme möglich.

Nach einer erholsamen ersten Nacht, begleitet von gutem Kaffee und Morgenessen, fahren wir zu einer alten Holzfähre am Vivar-Kanal. Diese natürliche Wasserstrasse im äussersten Süden Albaniens verbindet den Butrintsee, eine Salzwasserlagune, mit dem Ionischen Meer und hat sich über Jahrhunderte, von der Bronzezeit bis ins Mittelalter, in ihre heutige Form entwickelt. Die Fähre bringt uns sicher auf die andere Seite zur antiken Stätte. Der Preis von 15 Euro für die kurze Überfahrt überrascht uns zwar, doch wir nehmen es gelassen. Immerhin erspart uns die Fährfahrt auf der einfachen Fähre einen Umweg von 30 Kilometern und hat beinahe etwas Abenteurliches. 

Die Ausgrabungsstätte Butrint liegt eindrücklich auf einer bewaldeten Halbinsel in der Lagune von Butrint, unweit der Meerenge von Korfu. Bereits in der Antike war Buthrotum ein bedeutender Hafen, Handelsplatz und kulturelles Zentrum, dessen Geschichte bis in die osmanische Zeit reicht. Heute zählt die Anlage zu den wichtigsten archäologischen Stätten im Mittelmeerraum. Dank der kontinuierlichen Besiedlung sind hier Überreste aus griechischer, römischer, byzantinischer, venezianischer und osmanischer Zeit zu entdecken. Seit 1992 gehört Butrint zum UNESCO-Weltkulturerbe. Gleich nach dem Eingang stossen wir auf das antike Theater und das angrenzende römische Forum. Entlang eines gut angelegten Rundwegs folgt eine Ruine auf die nächste. Nach einem kurzen Aufstieg erreichen wir das Museum mit zahlreichen gut erhaltenen römischen Statuen. Für den Rundgang lohnt es sich, etwa zwei Stunden einzuplanen. 

Junge Campingplatz-Infrastruktur 
Nach der Weiterfahrt erreichen wir bereits nach kurzer Zeit Ksamil. Vor gut einem Jahrzehnt noch ein kleines, ruhiges Dorf, präsentiert sich der Ort heute als stark touristisch geprägt mit vielen Hotels und Restaurants. Die vorhandenen Stellplätze für Wohnmobile sprechen uns nicht an, und wir fahren weiter. Nach rund einer Stunde entdecken wir in der Bucht bei Pigeras einen einfachen, charmanten Campingplatz. Die Zufahrt ist etwas holprig, aber auch ohne Allrad gut zu bewältigen. Ein kleiner Bach teilt das Gelände, auf beiden Seiten gibt es schöne Stellmöglichkeiten. Vieles wirkt noch improvisiert, doch genau das verleiht dem Ort seinen besonderen Charakter. Kevin, der junge Besitzer, kümmert sich engagiert um seine Gäste und sorgt für eine angenehme Atmosphäre. Wir bleiben einige Tage, nicht zuletzt wegen der attraktiven Strände in der Umgebung.

Irgendwann haben wir genug vom Strandleben und Faulenzen und fahren weiter nach Gjirokastër. Die Stadt vergisst man nicht so schnell. Steinerne Häuser schmiegen sich an die Hänge, darüber erhebt sich die imposante Burg und verleiht dem Ort ein ganz besonderes Flair. Die Altstadt ist geprägt von gut erhaltener osmanischer Architektur sowie einer eindrücklichen Landschaft. 

Der Campingplatz liegt am Stadtrand, jedoch nahe genug, um die Altstadt und die Burg bequem zu Fuss zu erreichen. Die Altstadt lädt dazu ein, einfach loszugehen und die Atmosphäre aufzunehmen. Enge, gepflasterte Gassen führen vorbei an den charakteristischen Steinhäusern, die das Stadtbild prägen. Unterwegs begegnet man traditionellen Handwerkern, kleinen Läden sowie zahlreichen Cafés und Restaurants, die zum Verweilen einladen. Ob man durch die verwinkelten Gassen schlendert, die Aussicht von der Burg geniesst oder einfach in einem der kleinen Cafés entspannt – Gjirokastër hat für jeden etwas zu bieten. Ein besonderer Höhepunkt ist der Besuch der Festung. Sie thront hoch über der Stadt und bietet einen weiten Blick über die Dächer und die umliegende Landschaft.

Der komplette Reisebericht ist im Magazin WOHNMOBIL & CARAVAN Ausgabe 3/26 zu lesen.

Text und Fotos: Frank Siepmann
aus dem Magazin: Wohnmobil und Caravan, Zeitschrift Nr. 3/2026

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